Verbindungsleben


Generationenübergreifend: Alte Herren und junge Bundesbrüder genießen den Sommer auf der Terasse

Burschenschaft ... was ist das?

Wie Ihr im Bereich Geschichte erfahren könnt sind Burschenschaften Studentenverbindungen mit langer Tradition, welche bis an die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurückreichen.

Aber was erwartet einen nun eigentlich bei dem Eintritt in eine Burschenschaft?

Die Fuxenzeit als Probezeit

Zuerst ist man Fux, d.h. Mitglied auf Probe. Man selbst prüft näher, ob der Bund zu einem passt und umgekehrt prüfen auch wir, ob man miteinander auskommt. Während dieser Zeit kann man formlos wieder austreten. Man hat in dieser Zeit aber weniger Rechte und auch nicht alle Pflichten der anderen.

In der Fuxenzeit lernt man in den Fuxenstunden alles Wichtige über das studentische Brauchtum und die eigene Verbindung. Da wir eine pflichtschlagende Verbindungen sind kommt nätürlich auch noch das Erlernen des Fechtens hinzu, auch das ist kein unerlernbares Hexenwerk.

Selbstverwaltung

Das Leben in einer Verbindung ist weitgehend selbstorganisiert. In jedem Semester werden daher die Aufgaben in Form von verschiedenen Ämtern auf die Mitglieder verteilt. Die Chargen, Sprecher, Fechtwart, Schriftwart, als leitendes Gremium bleiben dabei den erfahrenen Burschen vorbehalten. Als Neueinsteiger bleibt man im ersten Semester von den meist bereits gewählten Ämtern verschont. Dies sind Ämter wie Getränkewart, Kassenwart oder Archivar.

Dafür gibt es allgemeinere Aufgaben, die dann von allen Füxen erledigt werden. Mithilfe bei der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen beispielsweise.



Alte Herren und junge Bundesbrüder während einer traditionellen Kneipe

Die weitere Zeit in der Verbindung

Abgeschlossen wird die Fuxenzeit durch eine Prüfung über den in den Fuxenstunden gelernten Stoff und die Burschung. Danach ist man vollwertiges Mitglied bis zum Lebensende. Nach vier - Semestern lässt man sich inaktivieren, d.h. man ist von den meisten Verpflichtungen freigestelltund übernimmt in der Regel keine Ämter um sich so auf den schwierigeren Teil des Studiums zu konzentrieren. Nach dem Studium, wenn man eine geregelte Lebensstellung gefunden hat, wird man Alter Herr.

Welche Verpflichtungen geht man ein?

Neben den erwähnten Fuxen- und Paukstunden und dem Schlagen von Mensuren, sowie der Bereitschaft zur Übernahme von Ämtern gibt es noch weitere Verpflichtungen. Das Halten eines Vortrages zum Beispiel. Das ist nicht nur eine Bereicherung des Semesterprogramms, sondern vorallen auch eine rhetorische Schulung des Vortragenden, also etwas, was man im normalen Studium kaum lernt, aber dennoch im späteren Beruf unbedingt braucht.

Überhaupt kommen die ganzen Verpflichtungen dem späteren Leben zugute, denn man lernt schlicht und einfach einen „Laden“ zu organisieren, angefangen bei kleinsten Details bis hin zur großen Linie. Und organisieren muss man als Akademiker und als späterer Vorgesetzter unbedingt können. Und in einer Verbindung lernt man das quasi spielerisch.


Feierlich: Während dem Ball anlässlich unseres Stiftungsfestes